Ouarzazate
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• sandsturm bei ouarzazate • seltener blick in ein marabout • viele störche •
Die Ortsbeschreibung überlassen wir gern wieder Werner Wrage in seiner seiner "Straße der Kasbahs":
Ouarzazate kündigt sich durch die hoch aufragende Kasbah Taourirt an. Es tritt uns hier eine Kasbah entgegen, die aus einem eng zusammengebauten Ksar besteht. Die Häuser sind so hoch und lehnen sich so aneinander, daß von draußen der Eindruck eines einzigen festungsartigen Baues entsteht. Schmale Gassenschluchten durchziehen diese Berberstadt. Wenn man sie zum erstenmal sieht und mit der Welt des Südens noch nicht vertraut ist, stockt fast der Atem. Über dem Trockenbett eines Oueds wächst da plötzlich eine seltsame Hochhausstadt, ein „Chikago der Wüste”, eine „Skyline”, aus dem Schutt der Hammada. Erregend durch archaische Formen, an Südarabien erinnernd oder an Vorstellungen, die man vielleicht von Babylon und anderen Städten des frühgeschichtlichen Orients hegt, ineinander verschachtelt, überragt von turmartigen Bauten, teilweise zinnengekrönt. Und das alles aus Stampflehm und Luftziegeln!
Aber auch wenn nur 5 bis 7 Stockwerke übereinander getürmt sind, so ist das eine imposante Leistung. Leider haben Regengüsse und vielleicht auch andere Ereignisse einige der Bauten in Trümmer sinken lassen, so daß der romantische Glanz aus der Nähe betrachtet von einem Hauch des Verfalls getrübt wird.
Hier in der Kasbah Taourirt gibt es übrigens sogar ein Mellah, eine geschlossene jüdische Siedlung. Wir schweifen ein wenig durch die engen Gassen, deren dunkelbraunrote Lehmmauern hoch über uns aufragen. In einem Gewölbe hockt ein bärtiger, bebrillter Jude mit der typischen schwarzen runden Kappe und arbeitet an einem Silberschmuck. In einem gedeckten Durchgang sitzt ein anderer und liest in einem hebräisch geschriebenen Buch, vielleicht dem Talmud. Man führt uns in eine kleine im Erdgeschoß eines Hauses gelegene düstere Synagoge mit einem Thoraschrein.
Ob es sich hier um die Synagoge Bet Knesset handelte, in der wir eine Teppichmanufaktur vorfanden?
Interessanter für uns war es, die eigentliche Kasbahs der Glaoui, die von der CERKAS, dem marokkanischen Denkmalschutz aufwändig restauriert wurde und deren Sitz sie ist, zu erkunden. Imposant ist es, die ineinander geschachtelten Räume, die durch unzählige Treppenhäuser miteinander verbunden sind, zu erkunden. In den unteren Etagen meist schlicht gehalten, werden diese, je weiter man nach oben kommt höher und farbenprächtiger. Hier sind dann die Wände mit Fliesen und die Decken aus spanischem Rohr farbig verziert.
Nicht versäumen darf man einen Besuch des Atlas-Filmstudios, die neben Ihren Standorten gern die abwechslungsreichen Landschaften der Umgebung für Ihre Filmproduktionen nutzen. In der Stadt selbst ist noch ein Filmmuseum angesiedelt. In Ouarzazate wurden zahlreiche Kinoproduktionen hergestellt, z. B. "Sodom und Gomorrha" von Robert Aldrich, "Gladiator" von Ridley Scott oder "Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil" mit Michael Douglas und Kathleen Turner. Scorsese drehte hier "Die letzte Versuchung Christi und "Kundun", mindestens einen James Bond ("Der Hauch des Todes") gibt es von hier und der "Himmel über der Wüste" von Bertolucci selbstverständlich auch.
2 weitere Kasbahs der Glaoui bzw. dessen Khalifen mit den dazu gehörenden umliegenden ursprünglichen Dörfern gibt es in der direkten Umgebung. Die Kasbah des Glaoui von Talmesla und die des Glaouis von Tifoultout lassen den ursprünglichen Prunk nur noch höchstens ansatzweise erahnen. Im Hotel-Anbau der Kasbah Tifoultout finden sich noch ein paar originale Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände. Einige Teile der Kasbah des Glaouis von Taourirt samt umgebenden Ksar im Zentrum von Ouarzazate gegenüber des Filmmuseums sind repariert und restauriert und können besichtigt werden.
Bericht: Zwischen Vorgestern und Übermorgen
Ausflüge:
Entlang der wunderbar ausgebauten P 1507 überraschen authentische Dörfer den Besucher. |
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Der Weg Richtung Skoura führt vorbei am Barrage Al Mansour Ad Dhabi, der Wasser zur Kühlung des Sokarkraftwerks liefert. Skoura und Umgebung sind mehr als nur ein Tagesausflug wert. |