Buchtipps: Urlaubslektüre über Marokko


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Reportagen


Kusserow Traumland Marokko Traumland Marokko: Orientalisches Tagebuch von Mourad Kusserow

Viel ist über Traumland Marokko geschrieben worden, oft sogar unter der Rubrik Reiseführer. Das stimmt nur insofern, als Kusserow eine Reise durch Marokko von Juli bis September 2006 als Anlass nimmt, das von ihm so geliebte Land und Heimat seiner Frau Hadia stationsweise zu beschreiben.
Marokko-Kennern gelingt bei der detailgenauen Schilderung der Spaziergänge des Autors eine gedankliche Begleitung. Wer das Land noch nicht kennt, bekommt hier einen so mitreißenden Bericht, dass er sich am liebsten sofort auf die Reise begeben möchte. Insofern trifft die Rubrik Reiseführer doch ins Schwarze – wenn auch ganz anders, als es die unter dem Begriff gängige Vorstellung erwarten lässt.
Einfühlsam gelingt es dem Autor, Marokko zwischen Mittelalter und Moderne darzustellen. Seiner Meinung nach gelingt dieser ungewöhnliche Spagat nur durch den tief verwurzelten Glauben, der den einfachen Viehhüter in den Bergen mit dem Geschäftsmann im modernen Agadir eint und durch die mittlerweile geschickte Führung der Monarchie.
So nimmt Kusserow Stationen seiner eigenen Reise als Anlass, den Leser auch auf eine Reise in die Vergangenheit mitzunehmen. Schlagworte wie der Panthersprung oder das Erdbeben von Agadir werden mit geschichtlichem Wissen erhellt. Die Imazighen mit ihrer eigenen Sprache bewegen ihn genauso wie religiöse Spannungen in der Vergangenheit. Dabei tritt immer seine liberale Art zu Tage, die er sich wegen seiner eigenen Vergangenheit stets bewahrt hat. Um das richtig einordnen zu können, ist es interessant, sich mit der Vita des Autors zu beschäftigen.
Natürlich kommen auch bekannte Städte wie Marrakech, Fez, Rabat, Tanger, Tetouan und Casablanca zu Wort. Eine Fahrt über die Straße der Kasbahs, ein Trip in die Wüste und in den Anti-Atlas fehlt nicht. Aber immer sind diese Beschreibungen mit viel Hintergrundwissen gefüllt, lebendig gestaltet durch eigene Erlebnisse.

Wer das Buch am Ende seiner Lektüre aus der Hand legt, hat sein Wissen über Geschichte, Geografie und Landeskunde ungemein erweitert und dabei ein faszinierend persönliches Buch gelesen.

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Kusserow Agadir Schicksal Agadir von Mourad Kusserow

Der Autor nimmt uns mit auf seinen abenteuerlichen Lebensweg. Seine Berufung ist der Journalismus.
Darüber findet er das Land, das ihm Heimat gibt, das schillernd faszinierende Marokko. Die Stadt, in der sich sein Schicksal entscheidet, ist Agadir, wo er arbeitet und wo er die Frau seiner Träume findet: Hadia, das Berbermädchen. Nah am Geschehen mischt er sich ein. Er nimmt am Grünen Marsch teil, einem Massenaufgebot zur Befreiung der Spanischen Sahara. Der Kolonialismus geht zu Ende und das Gebiet kehrt zurück zu Marokko. Der Beobachter wird zum Akteur. Mourad Kusserow bewegt sich zwischen zwei Welten und findet seinen Platz.
Ein Buch reichen Erlebens und einer großen Liebe.

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Afrika - Patt Problem Afrika - Patt Problem von Peter Kohle

POSTAMT-SAFARI IN AFRIKA PER AUTO DURCH DEN SCHWARZEN KONTINENT!
50 Länder, 100 Grenzen, Schmiergelder, Strapazen Waffen, Wahnsinn, Warzenschweine. Wer wissen will wie man es durch die Minen nach Mauretanien schafft; Wer wissen will wie die westafrikanischen Länder wirklich sind; Wer unbeschadet afrikanische Grenzen passieren will; Wer wissen will wo man billig einkauft und wie man richtig verhandelt; Wer wissen will wie man echte von falschen Diamanten unterscheidet; Wer wissen will wie man sein Fahrzeug in Abidjan verschifft; Wer wissen will wie man lebend von Kapstadt nach Kairo kommt.

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Romane und Erzählungen


Herzog Alifa Alifas Zeichen von Valentin Herzog

Marokko-Kenner geraten schon bei der Betrachtung des Coverfotos ins Träumen: der Autor selbst hat hier das mit zierlichen schmiedeeisernen Strukturen eingefasste Fenster der Kasbah in Telouet als Leseanreiz gewählt. Die Fensterbank mit dem Ausblick auf die Umgebung wäre ein idealer Ort zum Genuss dieser Lektüre: ein Buch, das einerseits tief in Strukturen marokkanischer Kultur führt und parallel den Gegensatz zur europäischen Überflussgeneration deutlich macht.
Geschickt gewählt ist die erste Erzählung, die auch den Titel beeinflusst hat: Alifas Zeichen. Hellfer, ein aus seinem bürgerlichen Leben in Frankreich auf Zeit ausgestiegener Beamter versucht, seine in Essaouira aufgenommenen inneren Bilder mit Pinsel und Farbe festzuhalten. Diskret dafür von seinen Landsleuten verspottet, flüchtet er sich in die Wohngemeinschaft zweier marokkanischer Künstlerinnen. Fasziniert beobachtet er Alifa bei der Darstellung ihrer „Menschenzeichen“ und lernt von ihr, dass nicht nur gutes Beobachten, sondern auch Zuhören die Kreativität beeinflussen kann. Staunend stellt er fest, dass ihre mit wenigen Strichen gezeichneten Menschen mehr Geschichten erzählen, als manch ein komplettes Bild. Und statt eines Namens „zeichnet“ Alifa ihre Bilder mit einer stets wiederkehrenden Figur. Viel Phantasie lässt sich am Ende dieser Erzählung entwickeln, in der offen bleibt, ob Hellfer nach Ablauf seiner Sabbatzeit pflichtbewusst in den von ihm gefürchteten Alltag zurückkehrt oder ob er den Mut hat, seine aufkeimende Begabung in Marokko weiter zu entwickeln.
Mit der nächsten Erzählung: Café Italien spannt der Autor eine Klammer, die einen großen Teil des Buches umfasst. Ein in Marrakech bei einer Stiftung zum Erhalt kulturell wertvoller Altstadtbauten tätiger Engländer versucht seiner in Cambridge arbeitenden Frau bei ihrem Besuch das Land nahe zu bringen. Dieser Versuch missglückt so, dass sie ihm nach ihrer Abreise die Trennung schriftlich mitteilt. Betäubt von seiner Ohnmacht, versucht er, in seinem Lieblingscafé das Gefühlschaos in den Griff zu bekommen. Dabei beobachtet er einen unscheinbar in einer Ecke sitzenden Fremden, der nach seinem mysteriösen Abgang ein Notizbuch zurücklässt.
Der Engländer versinkt in den mit winziger Schrift verfassten Erzählungen, die er erst entdeckt, als er das Notizbuch – enttäuscht über die ihm unverständlichen Reisenotizen am Anfang – bis zum Ende durchblättert.
Tief taucht er in die Geschichten des Unbekannten ein, gekoppelt sind diese Erzählungen alle an Schicksale von Europäern, die aber nur den Erzählrahmen bilden, um das oft erst auf den zweiten Blick erkennbare Leben, die Religion und Tradition der marokkanischen Bevölkerung intensiv zu schildern.
Eine Wendung nimmt das Buch mit Karims Café, als sich Karim, der Wirt abends zum noch immer lesenden Engländer setzt und ihm vom Schicksal des verschwundenen Unbekannten berichtet. Dieser hatte mit seiner Frau eine Reise nach Marokko unternommen, als die Frau eines Tages spurlos aus dem Hotelzimmer verschwand. Nachdem der Unbekannte auf der fieberhaften Suche nach seiner geliebten Frau das Land erfolglos durchstreift hatte – was die Notizen am Anfang seines Büchleins bewiesen -, griff Karims Nichte den mittlerweile verwirrten Mann auf, um ihm zu helfen. Schweren Herzens überlässt der Engländer Karims Nichte das Notizbuch, da sie hofft, es dem Unbekannten nach seinem Auftauchen zurückgeben zu können.
Der Tenor der Erzählungen ändert sich, als der Engländer das Notizbuch abgegeben hat. Ob er sich jetzt selbst als Schreiber versucht? Sieben intensive, teils prägnant kurze Episode rücken plötzlich den Europäer in den Mittelpunkt, der sich zwar Gedanken um Leben, Kultur und Gepflogenheiten des Landes macht, diese jedoch deutlich auf sein Kulturverständnis zuschneidet. Für Kenner des Landes sind Orte und Erlebnisse sehr anschaulich und nachvollziehbar geschildert, andere können Geschmack daran bekommen, Ähnliches erleben zu wollen.

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Sebti Mireille Ich, Mireille von Fadéla Sebti

Einem noch heute sehr brisanten Thema widmete sich die Autorin Fadéla Sebti, Anwältin in Casablanca, bereits im Jahr 1995. Schon durch die ersten Seiten weht der Hauch der Unvereinbarkeit zweier Kulturen, die durch eine dogmatische Auslegung ihrer religiösen Wurzeln kaum unterschiedlicher sein können – fesselnd und authentisch geschrieben.
Mireille, französische Studentin in den 1968er Jahren, lernt dort den Marokkaner Nadir kennen und lieben. Bald vernachlässigt sie für Nadir ihr Studium. Eine erste gemeinsame Reise in seine Heimat lässt sie tief eintauchen in eine familiäre Herzlichkeit und Ungezwungenheit. Von der Leichtigkeit des Lebens in Marokko lässt Mireille sich verführen, ihr Studium abzubrechen, um bei Nadir zu bleiben. Mit der Geburt des ersten Kindes flammen Diskussionen über die Religionszugehörigkeit auf, denen Mireille anfangs noch ausweichen kann. Fast hilflos muss sie ertragen, wie sich Nadirs Familie der muslimischen Erziehung ihres Sohnes widmet. Als Sophia, ihr zweites Kind das Licht der Welt erblickt, überredet Nadir Mireille zu konvertieren, um Gott ihre Dankbarkeit zu beweisen, um Konfliktsituationen in der Beziehung auszuräumen und um sich den marokkanischen Gesetzen gegenüber klug zu verhalten. Sie ergibt sich der scheinbar nur formellen Prozedur, ahnt aber bereits dabei, dass sie sich zu vorschnell auf eine folgenschwere Entscheidung eingelassen hat.
Der Konflikt bricht aus, als Nadir während des Ramadan von seiner Frau erwartet, dass sie seine Familie bewirtet, sie sich dieser Aufforderung jedoch widersetzt. Am nächsten Morgen bestraft er sie als Reaktion auf ihren „Ungehorsam“, indem er sie offiziell verstößt.
Yasmina – so heißt Mireille nun nach ihrer Konvertierung – muss erkennen, dass sie keinerlei Rechte mehr besitzt. Als Yasmina verliert sie ihr Selbstwertgefühl, fügt sich und erkennt, dass sie dadurch die männliche Überlegenheit noch mehr stärkt. Mireille dagegen revoltiert innerlich, bis sie diese Spannungen nicht mehr aushalten kann und den Freitod wählt.
Und obwohl Nadir rückblickend erkennt, dass Probleme in ihrer Beziehung durch die Übersiedlung nach Marokko ihre kulturellen Unterschiede intensiviert haben, fragt er sich nach Yasminas Tod fassungslos, wie es zu diesem Schritt kommen konnte – das Leben zwischen ihnen sei doch gut gewesen…

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Topper wild Halb so wild! von Uwe Topper

Thom, erfolgreicher Werbegrafiker, belohnt sich selbst für einen gelungenen Entwurf mit einer Marokkoreise, die er mit seinem roten Cabrio antritt. Völlig unbedarft betritt er das Land und wird schnell sein Auto los, indem er den Schlüssel in Tetuan einem vermeintlichen Hotelboy übergibt, damit der sein Gepäck ins Zimmer bringen kann. Mit diesem Ereignis beginnt seine eigentliche Reise. Anfangs bemüht er sich intensiv bei verschiedenen Behörden, sein Auto wieder zu bekommen. Dass ein diskretes Überreichen eines Scheines manchmal Türen öffnen kann, ist ihm ebenso wenig geläufig wie das Aufbringen von Geduld. Immerhin hatte er das Glück im Unglück, Papiere und Geld nicht eingebüßt zu haben.
Genervt von der in seinen Augen fehlenden Initiative der Behörden wirft er seine ursprünglichen Reisepläne über den Haufen um Marokko selbst auf der Suche nach seinem Auto zu durchstreifen. Neue Eindrücke und Erlebnisse lassen ihn nicht unberührt und ganz langsam beginnt er, sich auf das Land einzulassen. Er lernt zu genießen, setzt sich zu Einheimischen, raucht mit ihnen und gibt sich danach seinen Träumen hin, die ihm nach intensiven Deutungsversuchen viel über seine Vergangenheit verraten.
Weil er selbst offener wird, begegnet man ihm auch offen, er nimmt an einem Mossem teil, besorgt sich - wieder zurück in Marrakech - eine Wanderausrüstung und zieht in die Berge. Dort angekommen findet er Unterschlupf bei einer Familie – Mutter und Tochter. Das einfache, aber harte Leben in den Bergen fördert seine Gelassenheit, fordert ihn zum Umdenken und intensiviert seine Träume. Bei einer mehrtägigen Wanderung in die Berge verliebt er sich und lässt sich in seiner Euphorie auf Hochzeitsplanungen ein. Er hat jedoch nicht mit der missgünstigen Verwandtschaft im Dorf gerechnet, die ihn wegen ablaufender Aufenthaltsgenehmigung anzeigt. So verabschiedet er sich im Dorf, um seine Papiere in Ordnung zu bringen. Verantwortungslos lässt er sich weiter treiben, lernt weitere Leute kennen, und landet durch eine Verwechslung plötzlich im Gefängnis, aus dem er durch die Erfahrung seiner intensiven Träume eine Freilassung erreicht. Als er dann noch Unterstützung bei den Formalitäten seines gestohlenen Autos erhält, fühlt er für sich den Zeitpunkt gekommen, Marokko zu verlassen. Auf der Rückreise nach Berlin gibt sich Thom seinen Gedanken über die vergangenen Monate hin. „Er ging an der Grenze entlang, haarscharf manchmal, wo erst der nächste oder übernächste Schritt im zeigte, ob er träume oder wach sei.“ Spuren hat diese Reise in ihm hinterlassen, Spuren, die ihn für immer verändert haben. Welche Spuren auch er in Marokko hinterlassen hat, wird ihm erst später klar.

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Eddine Kampf Sein letzter Kampf: Eine marokkanische Legende von Mohammed Khaïr-Eddine (Autor), Morna Dörr (Übersetzer)

Mohammed Khaïr-Eddine nimmt uns mit auf eine Reise in seine Heimat. Aufgewachsen in Tafraout im Anti Atlas empfand er Zeit seines Lebens eine Selbstverpflichtung der Berberkultur gegenüber und beschreibt diesen Ort so treffend: Was man bei seiner Ankunft in Tafraout sofort empfindet, ist ein Gefühl von Frieden, den auch die Glut der stechenden Sonne nicht stört.

Durch das Denken und Handeln des einsamen Kriegers Agoun’chich, der nach langer Wanderung seiner Vorfahren im Ammelntal sesshaft geworden ist, erfährt der Leser viel über Land und Leute im Süden Marokkos. Agoun’chich verfolgt mit eisernem Willen sein Ziel, den zufälligen Tod seiner Schwester zu rächen. In seinem Dorf leben drei Brüder, die auf das Sammeln von Schlangengift spezialisiert sind. Diese beobachten eines Tages, dass Agoun’chich angegriffen wird und in der Falle sitzt. Beherzt und selbstverständlich kommen sie ihm zur Hilfe und richten die Angreifer. Später begleitet einer der Brüder, genannt „der Schänder“ Agoun’chich bei seinem Vorhaben Richtung Norden zu wandern. Viel erleben die beiden Heimatlosen unterwegs, ihre Handlungen sind oft brutal, nie aber ohne Hintergrund. Unterwegs nutzen beide gelegentlich ein Marabout als Rückzugsort, erleben dort intensive Träume, die sie sich gegenseitig versuchen zu deuten und erzählen sich Legenden über Heilige. In einem Dorf wird Agoun’chich von den Ältesten einmal fast ehrfurchtsvoll beschrieben: Das ist kein Auftragsmörder, das ist ein frommer Mann, der das Gesetz genau achtet. Er greift nur die an, die ihm schaden.
Gemeinsam erreichen Agoun’chich und der Schänder Taroudant zu einer Zeit, als die französischen Kolonisatoren mit harten Maßnahmen gegen den Widerstand der Berberstämme vorgehen. In einer bescheidenen Herberge, die die Wanderer als Quartier wählen, helfen sie einem verletzten Qaïd, der sie nach seiner Genesung in sein Dorf mitnimmt. Khaïr-Eddine fügt hier eine wunderbare Beschreibung dieses Dorfes mit dem dazugehörigen Speicher ein. Bei einem Fest, das der Qaïd zu Ehren seiner Gäste gibt, beschließen die Ältesten, mit einem benachbarten Stamm gemeinsame Schritte gegen die Unterwerfung der Kolonialherren zu planen. Hilflos müssen sie jedoch zusehen, wie ein Stamm nach dem anderen vereinnahmt wird, da ihre Verteidigung mit Handfeuerwaffen gegen die Luftangriffe der Franzosen wirkungslos bleibt.
Agoun’chich sieht voraus, dass die bisherigen Werte in der zukünftigen Zeit keinen Patz mehr finden werden. Die Mentalität wird sich verändern, Identität und Achtung vor der Vergangenheit werden ausgelöscht. Beinahe gebrochen wandert er nach Tiznit, nimmt von Familie und Bergen Abschied um dann nach einem einschneidenden Erlebnis auf seine innere Stimme zu hören: Geh und löse dich in der Anonymität der Großstadt auf. Du wirst Händler oder Polizist sein, wer weiß… Aber kehre nicht in dein Gebirge zurück; es gehört dir nicht mehr.

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Eddine Paar Es war einmal ein glückliches Paar von Mohammed Khaïr-Eddine

Das glückliche Paar – Bouchaïb und seine „Alte“, wie er sie stets liebevoll nennt, lebt zufrieden in einem Berberdorf im Anti- Atlas. Obwohl das Paar kinderlos bleibt, verstößt Bouchaibs seine Frau nicht, was in der Berberkultur sonst durchaus üblich war. Tief in ihrem Glauben verwurzelt sind sie sich sicher, dass für sie nach ihrem Tod an noch unbekanntem Ort ein Neubeginn stattfinden wird. So führen sie ein ruhiges Leben im Einklang mit der Natur, das geprägt ist von der täglichen Routine der Tierversorgung, der Essenszubereitung, gemeinsamer Gespräche und Bouchaïbs Leidenschaft, Gedichte zu schreiben.
Wunderbar werden die Riten des traditionellen Lebens spürbar, aber auch vom Einzug der Moderne bleibt das Dorf nicht verschont. Beide tolerieren das Neue ohne Neid, leben aber ihr traditionelles Leben unbeirrt weiter. Trotzdem spüren sie die Veränderung in ihrer Umgebung, ein unpersönlicher, egoistischer Ton macht sich breit. Jedoch ruft sie bei dem alten Paar keine Bitterkeit hervor, beide leben zufrieden als stille Beobachter. „Heimlich still und leise werden wir modern“, äußert sich Bouchaïb lediglich seiner Alten gegenüber nach dem Kauf einer Gaslampe und eines Kassettengerätes. Mehr Moderne brauchen beide nicht in ihrem Leben.
Bouchaïb, des Lesens und Schreibens kundig, fixiert seine Gedanken, Erinnerungen und Lebensweisheiten in Gedichtform und findet durch den Imam des Dorfes einen großzügigen Geldgeber, der den Druck seiner Gedichte finanziert. So wird dem glücklichen Paar gegen Ende seiner Lebenszeit doch noch der bis dahin unerfüllte Wunsch gewährt, etwas für die Nachwelt zu hinterlassen.

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Mit diesem Buch voller autobiografischer Reminiszenzen kehrt der Autor in die Welt des Antiatlas zurück, die er als Jugendlicher verliess, um in Agadir, Casablanca und dann im französischen Exil seinen Weg zu gehen - letztlich wohl auch auf der Flucht vor sich selbst.

"Und er liebte nur sie, was gewaltig ist in einem Land, in dem man alle Frauen liebt. Andere hätten, sobald sie gesehen hätten, dass sie keine Kinder haben würde, die unfruchtbare Ehefrau verstossen." (NEUE ZÜRCHER ZEITUNG)

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Eddine Agadir Agadir von Mohammed Khair-Eddine (Autor), Steffen Heieck (Übersetzer)

Schon nach wenigen Seiten werden die Leser Opfer des Bebens. Da hat einer leidenschaftlich geschrieben unter der Voraussetzung, daß Schreiben und Lesen gefragt sind. Wer bereit ist, auf schwankendem Boden zu lesen, sollte sich Agadir besorgen, solange es noch nicht von Neuerscheinungen verschüttet ist. (DIE ZEIT)

Nach dem Erdbeben ließ sich Khaïr-Eddine von 1961 bis 1963 in Agadir nieder und arbeitete bei der Neugründung der Stadt als Regierungsbevollmächtigter für soziale Sicherheit mit dem Auftrag, die Ordnung wiederherzustellen, die Überlebenden zu betreuen. Im Roman wird der seismische Tumult zum Symbol für individuelle und soziale Erschütterungen, und die Zerstörung der Stadt gab Anlass, den Umbruch der marokkanischen Gesellschaft nach der Unabhängigkeit zu reflektieren.
Seinen literarischen Stil, sprunghaft wie sein Leben, nannte Khaïr-Eddine in einem Manifest linguistische Guerilla-Taktik. Er verbindet Prosa mit Drama, Dichtung, Reportage, Bekenntnis, erfindet Worte, baut arabische und berberische Bezeichnungen ein, sprengt konventionelle Syntax und schafft so eine neue Sprache. Mit der Form korrespondieren die Inhalte, kulturelle Desorientierung in Zeiten der Veränderung, Identitätsverlust, innneres und äußeres Exil, Heimatsuche. Der marokkanische Süden ist in seinem Werk immer präsent, Heimat, die er liebt und flieht. (https://homepage.univie.ac.at/ingrid.thurner/marokko/autoren/mohammedkhaireddine.html)

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Marrakesch Sehouli Marrakesch von Jalid Sehouli

Marrakesch ist einer der geheimnisvollsten und faszinierendsten Orte der Welt. Der Djemaa el Fna, der »Platz der Gehängten«, mit seinen Marktständen, Gauklern und Schlangenbeschwörern, die engen Gassen, die Basare und die in Innenhöfen verborgenen Gärten haben die »rote Stadt« zu einem Inbegriff orientalischen Lebens werden lassen. Jalid Sehouli widmet Marrakesch ein vielschichtiges Porträt, in dem sich Farben, Gerüche, Schicksale und Geschichten auf magische Weise miteinander verbinden.
»Sehouli traut seinen Augen und Ohren. Er verbirgt kein Gefühl und entdeckt in den kleinen Geschichten die große Geschichte.« Wolfgang Kohlhaase

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Tanger Sehouli Und von Tanger fahren die Boote nach irgendwo von Jalid Sehouli

Tanger ist eine der geheimnisvollsten Städte der Welt. Bewohnt von hungrigen Schmugglern, exzentrischen Literaten und glücklosen Glücksrittern, war die »weiße Perle Afrikas« lange Zeit verrufen und ist noch heute ein Magnet unzähliger außergewöhnlicher Menschen und ihrer Schicksale. Jalid Sehouli hat sich auf den Weg gemacht in die Heimat seiner Eltern, in der er selbst niemals lebte, und verwebt seine Begegnungen und Erlebnisse zu einem faszinierenden Panorama, das von Sehnsucht, Liebe, Schmerz, Heimat und Verlust erzählt.

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Canetti Marrakech Die Stimmen von Marrakesch: Aufzeichnungen nach einer Reise von Elias Canetti

Der Zufall führte Canetti 1954 als Begleiter eines Filmteams in ein bestürzend fremdartiges Land - nach Marrakesch. Erst aus der Distanz, nach seiner Rückkehr nach London, skizzierte er die Eindrücke dieser Reise. Die Aufzeichnungen sind kein Reisebericht im klassischen Sinn. Es sind Miniaturen von atmosphärischen Erscheinungen einer orientalischen Großstadt. Elias Canetti streift durch die arabischen und jüdischen Viertel der Stadt, atmet die seltsamen Gerüche, beobachtet die feilschenden Händler in den Suks und die Verkäuferinnen duftenden Brotes, vernimmt die Stimmen der Blinden, Bettler und zungenlosen Krüppel in den Slums, spürt die hilflose Kreatürlichkeit und Nähe des Todes vor den Kamelen mit ihren Schlächtern, staunt über die vielen Gesichter armer Juden in der Mellah, wird Zeuge intimster menschlicherVerhältnisse, sieht Bosheit, Armut und Prostitution und spürt nur die Sehnsucht, die Sehnsucht nach einem besseren Leben.

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