Dinosaurier in Marokko


Welchem Zufall, welcher Laune der Natur haben wir es zu verdanken, dass hier in derartiger Dichte diese Millionen Jahre alten Zeugen der Vergangenheit aufgetaucht sind? Und welche Fügungen führen dazu, dass diese Spuren entdeckt wurden?

Dinosaurier

Wegen der zahlreichen Funde forschen und dokumentieren hier Wissenschaftler aus aller Welt und deswegen unterstellen wir, das alles seine Richtigkeit hat:
Das Atlas-Gebirge mit seinem weiteren Umland ist auch bekannt als ein Landstrich, in der im Jura, also vor ~150…200 Millionen Jahren die Dinosaurier unterwegs waren. Damals sah es hier aber ganz anders aus: Von Gebirge keine Spur, dieses ist mit seinem Alter von ca. 65 Mio. bis 1,8 Mio Jahren gegen die Dinos ein echter Youngster. Erst der Anti-Atlas mit seinen 300 Mio Jahren könnte eine Grenze für die Fleischkolosse dargestellt haben. Ansonsten war auf dem weltweiten Festland des Superkontinentes Pangäa Platz genug. Vor 180 Mio Jahren begann er, auseinander zu driften und es bildeten sich daraus zuerst 2 Kontinente: Laurasia im Norden und Gondwana im Süden. Deshalb findet man viele Saurier-Arten heute weltweit. Aber Funde beweisen (und wen wundert's?): Zwei Sorten befanden es genau im Bereich des heutigen zentralen Atlas-Gebirges Marokkos als so schön, dass diese offensichtlich hier nicht weg wollten. Das spiegelt sich auch in deren Namen wieder. Die pflanzenfressende Atlas-Echse Atlasaurus imelakei aus der Familie der Sauropoden wurde bis zu 5m hoch, 15m lang und wog ca. 22 Tonnen. Die fleischfressende Berberechse Berberosaurus liassicus, ein Theropode aus der Gruppe der Ceratosauria, wurde 2,2m hoch, 6m lang und brachte nur 1 Tonne auf die Wage.

Anza/Agadir

Dinosaurier

Eine große Fundstelle befindet sich etwas nördlich von Agadir, hinter dem Hafen bei Anza. Wo sich heute Surfer wohlfühlen, waren einst fliegende Kolosse und Riesen-Fleischfresser zu Hause. Bei Ebbe gibt es an der Küste im Kalk- und Sandstein prähistorische Zeitzeugen teilweise in sehr guter Qualität zu besichtigen: 2014 wurden -wie immer per Zufall- 85 Mio Jahre alte Spuren von Dinosauriern, darunter auch vom Flugsaurier Pterosaur, entdeckt. Es soll sich hier mit über 300 Abdrücken um die größte Fundstelle in Marokko und um die viert-größte Fundstelle weltweit handeln.
Der gute Zustand wird damit erklärt, dass die Tiere hier im nassen Sand unterwegs waren, der unter der Hitze der Sonne verhärtete. Von Wasser und Wind wurden feine Sedimente herangetragen, die Abdrücke für lange Zeit darunter begraben. So verwandelte sich diese Schicht in Sedimentggestein und kam später durch Erosion und Veränderung der Erdkruste wieder zum Vorschein.
Die nächsten Fundstellen sind unweit von hier, nahe Imouzzer.

zwischen Agadir und Marrakesch

Dinosaurier

Im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn A7 wurden zwischen Agadir und Marrakesch an mehreren Fundstellen an die 500 Abdrücke der Vorder- und Hinterpfoten von Sauropoden entdeckt. Einige davon befinden sich unmittelbar an der N8 und haben einen Durchmesser zwischen 20 und 70 cm. Wären die Spuren auf einer waagerechten Ebene, könnte man denken, die Kolosse wären soeben eben hier vorbei gekommen und durch den Schlamm gewatet. "Wenn": Sie sind aber natürlich auch hier wieder an einer nahezu senkrechten Wand. Für ermüdungsfreies Betrachten angeordnet wie in einer Gemäldegalerie.

Rosental + Dadestal: um die "Straße der Kasbahs"

Dinos

Hier waren sie auch nachweisbar unterwegs, die Dinosaurier. Aber eben zu Zeiten, als es noch kein Dades- und kein Rosental gab und an menschliche Besiedlung oder gar Kasbahs überhaupt nicht zu denken war. Die Faltung der Erdschichten der einst glatten, übersichtlichen Gegend zum Atlas-Gebirge hat die Abdrücke zu Tage gebracht und nun sind sie an nahezu senkrechten Felswänden zu bewundern. Sie fallen kaum auf aber wenn man darauf achtet und sie sucht, kann man sie gut erkennen.
Dinos

Im heutigen Dadestal, genauer in den Flusstälern um Aït Arbi, die den Dades speisen, tummelten sich einst die Sauropoden. Erst 2013 wurden die beeindruckenden Zeitzeugen entdeckt. Und im jetzigen Rosental vermutet man Spuren direkt an der asphaltierten Straße.
Eine spannende wie erholsame Abwechslung, der Spaziergang inmitten der unbebauten Natur.

Demnate, Imi Nifri und Aït Bougoumez-Tal

Ob es die Stapfen von Atlas- und Berber-Echse waren, die wir hier hauptsächlich gesehen haben? Leider haben wir bisher keine oder (z.B. was die Abmessungen angeht) sehr widersprüchliche weiterführenden Informationen gefunden.
Dino Ibaqalliwn Wir wissen nur aus den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen: Hier waren vor allem die mit 2 Metern eher „kleinen“ bis zu 70 km/h schnellen, auf zwei Beinen mit selten über 25 cm langen dreizehigen Füßen laufenden und fleischfressenden Theropoden und die bis zum ca. 30 m langen pflanzenfressenden Sauropoden mit Schuhgröße 60 (cm) recht zahlreich in der weiten Wald- wie seenreichen, schlammigen und moorigen Ebene unterwegs. (Angeblich wurde ein Exemplar mit 90 m Länge gefunden?!) Hier haben sie uns immer wieder in verschiedenen Ecken eine Menge Fußspuren hinterlassen. Insgesamt soll es in dieser Region mehr als 150 Fundstellen geben, so auch Abdrücke von großen Theropoden (Carnosauriens) und Ornithopoden.
Dino Ouzrou Wir fanden nicht ganz so große Dino-Spuren wie eingangs beschrieben gleich bei Imi n'Ifri, bei Aït Blal, in Aguerd n'Ouzrou und auch in Ibakliwin (auch Ibaqalliwn, Ibakliwin, Ibaquallioun oder Ibaqlioun): Mal auf schräg angeordneten Platten aber auch wieder auf senkrechten Wänden sind zumeist die großen 60cm-Stapfen der Sauropoden und 20 cm große Abdrücke von Theropoden zu sehen. Die Spuren an den senkrecht stehenden Wänden erklärten wir uns mit der erst nachträgliche Faltung zum Gebirge. (Schlecht vorstellbar, dass diese tonnenschwere Kolosse an diesen Wänden hochgelaufen sind.) Weitere Eindrücke befinden sich in Timit (Timmit) am Mosesberg unterhalb von Sidi Moussa.


Quellenangaben, weiterführende Informationen:

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