Zagora und M'hamid

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Tata
• man ist nie allein • kamele im straßenverkehr • sand, palmen & sand •

Wie machen die das, die Marokkaner?
Es gibt im Leben eines jeden Menschen Momente, in denen er sich eine Palme, Schirmakazie oder zumindest einen Kameldornstrauch wünscht und ungestört sein möchte. Zumindest kurz, ganz kurz. Kamele Und man könnte denken, hier am Ende der asphaltierten Straße in Grenznähe sollte das gehen. In einem Land mit einer Grundfläche ungefähr so groß wie Österreich und Deutschland zusammen genommen, auf der aber sehr deutlich weniger als die Hälfte der Bevölkerung der beiden Länder lebt, von welcher sich wiederum ein Drittel weit weg im Norden in Casablanca und den anderen Großstädten aufhält. Und dennoch: Selbst in M'hamid, am "Ende der Welt", ist man nie allein. Wie überall in Marokko. Immer kommt jemand daher, um zumindest "Bonjour, ça va" zu sagen.
Ja, wie geht das?

Tuareg Einmal im Jahr, im Frühling zur Zeit des Nomadenfestivals, ist man hier garantiert nicht allein. Von nah und fern kommen Marokkaner aber auch Touristen nach M'hamid, um an den zahlreichen Veranstaltungen am Tage und den allabendlichen Konzerten teilzunehmen. Bands aus Marokko, Nord- und Zentralafrika aber auch aus Europa musizieren hier. Wir waren begeistert. Hat man das Glück wie wir, hält man es hier auch ein paar Tage länger aus. Und zwischendurch, in den Veranstaltungs- und Konzertpausen lockt die Umgebung zu Erkundungen.
Lange vor unserer Zeitrechnung war die Landschaft hier fruchtbar und grün und bot den idealen Raum für eine frühzeitliche Besiedelung. Nahe der allerletzten Hügelketten des Jebel Bani, die man auf der N9 zwischen M'hamid und Zagora quert, liegen die letzten Ausläufer einer gigantischen Totenstadt vermutlich aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. Die Nekropole Foum Larjam (Foum Rjam) mit angeblich bis zu 1000 Tumuli, Siedlungsresten und weiteren Relikten wie Felsgravuren.
Ksar Die Oasengärten entlang des zumeist hier inzwischen unterirdisch fließenden Dades bildeten ein Stück des alten Karawanenweges zwischen Timbuktu und den Handelsorten im Norden Marokkos. Entsprechend geschichtsträchtig ist diese Straße. Als teilweise noch bewohnte Überbleibsel aus dieser Zeit sind mehr oder weniger alte Siedlungen und Ksour zu besichtigen. Schon etwas abseits der ausgetretenen Touristenpfade gibt es noch so manches Kleinod zu entdecken. Immer wieder stehen gerade am Oasenrand Marabouts in den unterschiedlichsten Bauweisen und Formen und bilden mit ihrer oftmals farbig abgesetzten Kubba einen schönen Kontrast zu blauen Himmel. Manchen Dörfern sieht man an, dass sie vom Wüstensand eingeholt wurden. In den immer etwas abseits des Flussbettes stehenden Ksour lockt manch ein Tighremt mit einem kleinen Museum, in dem Alltags- und Gebrauchsgegenstände der Vergangenheit gezeigt werden. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, in so ein wehrhaftes Dorf einzutauchen, durch die verschlungenen, teilweise von den Gebäuden überdachten und dadurch absolut dunklen wie auch kühlen Gassen zu laufen und sich treiben zu lassen.
Tamegroute Einige der bekannteren, immer wieder erwähnten Orte kann man gut durch unbekanntere, ursprünglichere und natürlichere ersetzen. Andere Orte wiederum sollte man unbedingt gesehen haben. Zu diesen gehört Tamegroute. Die Zaoïa mit dem Marabut von Mohammed Ibn Nasir, einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Südmarokkos und die dazugehörige Bibliothek mit den dort ausgestellten bis zu 900 Jahre alten kalligraphischen Schriften muss man gesehen haben, möglichst auch den Bibliothekar mit seinen Erklärungen dazu erleben. Und die traditionelle, harte Herstellung der bekannten schmucklosen leuchtend grünen Keramik sollte man kennen gelernt haben.
Inzwischen beginnt in M'hamid der Teil der Sahara, der am ehesten unserem Bild von dieser entspricht: die Geröllwüste wird zur Sandwüste. Zuerst locken hier manch einen die Ausflüge in die größte Sandwüste Marokkos, den Erg Chegaga. Hier wird ein 4x4, ein "Kat-Kat" wie er hier genannt wird, Pflicht. Mit einem Allradfahrzeug kommt durch den Erg Chegaga man wieder über Foum Zguid und Tissent nach Tata. Mit einem normalen PKW bleibt nur der Weg nach Nordwesten, z.B. weiter auf der N9 über Agdz Richtung Ouarzazate.



Weitere Bilder von Zagora und Mhamid im Fotoalbum:

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