Tizourgane + Idaougnidif, "Straße der Agadire"

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Tizourgane


Tizourgane hatte uns seit Jahren gereizt; immer wieder sind wir auf dem Weg zwischen Agadir und Tafraoute an dieser unübersehbar und äußerst attraktiv am Wegesrand liegenden Festung vorübergefahren.
Es ist wohl weder ein Agadir noch eine Kasbah sondern ein Ksar: Ein komplettes kleines Dorf, welches obenauf auf einem steil abfallenden Felsen -kein fruchtbares Ackerland verschwendend- in mitten einer riesigen Hochebene als Festung errichtet wurde. Tizourgane Eine Siedlung mit engen Gassen und kleinen Wohnhäusern, selbst eine Moschee -wenn auch ohne Minarett- gibt es hier! Und natürlich finden sich auch einzelne Speicherkammern wie wir sie aus den Speicherburgen, den Igoudar kennen. Vielleicht deswegen wird die Burg auch manchmal als "Agadir Tizourgane" bezeichnet?
Der Ksar selbst hat etwas; Wir konnten in den schmalen Gassen mit den super liebevoll hergerichteten Bauwerken wandeln, schöne alte, teilweise bunt bemalte Haustüren mit Lobkas darüber bewundern und den Ausblick ringsum genießen. Auf der Dachterrasse stehend wurde uns der Blick weit übers Land freigegeben. Und er ist einer der wenigen Orte Marokkos, wo der Anschluss an das Stromnetz unterirdisch erfolgte; ausnahmsweise stören hier mal keine Strommasten und Freileitungen das Herstellen von Postkartenmotiven per Kamera!

Tizourgane Aber der Ksar ist nicht die einzige Sehenswürdigkeit an der R 105, die Agadir mit Tafraoute verbindet. Gleich am Beginn des Anti-Atlas trifft man auf sichtbare und unsichtbare Spuren des Bergbaues. Sichtbar sind die Steinbrüche bei Imi Mquourn, unübersehbar die riesige Zementfabrik in der Nähe, wo der abgebaute Kalk gleich weiter verarbeitet wird. Etwas versteckt gelegen sind die alten, stillgelegten Abbaugebiete von Eisenerz - im Tagebau aber auch über lange, tiefe Stollen vorangetrieben.
Östlich der gesamten Straße stehen, manchmal nur einen Steinwurf von dieser entfernt, zahlreiche teilweise sehr sehenswerte "kollektive Getreidespeicher", die Berberburgen, von denen nur sehr wenige bekannt sind. In diesem Bereich ist die Dichte der alt-ehrwürdigen Speicherburgen am höchsten. Deswegen wird die Straße auch manchmal - vielleicht in Anlehnung an die "Straße der Kasbahs" im Osten - als die "Straße der Agadire" bezeichnet.
Tioulit Ganz in der Nähe ist auch ein uraltes, inzwischen verlassenes Berberdorf auf einem Felssporn nahe der Asphalt-Straße, welches manchmal (vermutlich fälschlicherweise) Tioulit genannt wird. Wer sich für diese alte Baukultur der Berber interessiert, findet hier oder auch deutlich preiswerter im nahe gelegenen Aït Baha seine richtige "Basisstation".
Und natürlich kann man die Gegend auch zu Fuß erkunden, z.B. bei einem Spaziergang ins 4 km entfernte Idaougnidif zum Besuch des Wochenmarktes, der zum Bummeln einlädt.
Wer wie wir etwas Glück hat, kommt zum alljährlichen Festival Igoudar zu Recht. Dann verwandelt sich der kleine Ort, hektische Festival-Stimmung macht sich breit. Die Hauptstraße wird mit bunter Beleuchtung und Marokko-Fahnen geschmückt, auf dem Festplatz wird eine riesige Bühne aufgebaut, auf der ab 10 oder 11 Uhr abends afrikanische Ahwach-Gruppen (das ist die Musik der Berber) aufspielen. Schön zuzusehen, wenn einige ca. 20-jährige Jungen beginnen, sich an den Händen haltend mitzutanzen und die Frauen im Fanblock mitgehen und trällern. Auch hier wieder wie schon vor Jahren in Tafraoute: Der Zuschauerraum war durch Metallzäune in Abteile getrennt. Am Einlass wurde von Polizisten die Trennung für Frauen und Männer streng überwacht.


Fotos von Agadiren um Tafraoute / Aït Abdellah:

Agadire Tafraoute