Tizourgane + Idaougnidif

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Tizourgane Blick nach Idaougnidif


Tizourgane hatte uns seit Jahren gereizt; immer wieder sind wir auf dem Weg zwischen Agadir und Tafraoute an dieser unübersehbar und äußerst attraktiv am Wegesrand liegenden Festung vorübergefahren.
Es ist wohl weder ein Agadir noch eine Kasbah sondern ein Ksar: Ein komplettes kleines Dorf, welches obenauf auf einem steil abfallenden Felsen -kein fruchtbares Ackerland verschwendend- in mitten einer riesigen Hochebene als Festung errichtet wurde. Tizourgane Eine Siedlung mit engen Gassen und kleinen Wohnhäusern, selbst eine Moschee -wenn auch ohne Minarett- gibt es hier! Und natürlich finden sich hier auch einzelne Speicherkammern wie wir sie aus den Speicherburgen, den Agadiren kennen.
Tizourgane im August: Fast 40°C, starker Wind; nach 6 Stunden Autofahrt von Igherm kommend und nun noch nach unzähligen Treppenstufen standen wir vor dem Tor der Festung, der bislang teuersten Unterkunft während all unserer Marokko-Aufenthalten.
Der Ksar selbst hatte etwas; Wir konnten in den schmalen Gassen mit den super hergerichteten Bauwerken wandeln, schöne alte, teilweise bunt bemalte Haustüren mit Lobkas darüber bewundern und den Ausblick ringsum genießen. Auf der Dachterrasse stehend wurde uns der Blick weit übers Land freigegeben.

Beinahe wären uns die Zeit lang geworden, aber wir hatten Glück: Im 4 km entfernten Idaougnidif war wie jeden Donnerstag Wochenmarkt, der zum Bummeln einlud. Außerdem begann gerade dieser Tage das Festival Igoudar. Der kleine Ort war in hektischer Festival-Stimmung, die Hauptstraße war mit Weihnachtsbeleuchtung und Marokko-Fahnen geschmückt. Auf dem Festplatz war eine riesige Bühne aufgebaut, auf der ab 10 oder 11 Uhr Tizourganeabends afrikanische Ahwach-Gruppen (das ist die Musik der Berber) aufspielten. Schön zuzusehen, wie vor uns einige ca. 20-jährige Jungen begannen, sich an den Händen haltend mitzutanzen und die Frauen im Fanblock mitgingen. Auch hier wieder wie schon vor Jahren in Tafraoute: Der Zuschauerraum war durch Metallzäune in Abteile getrennt. Am Einlass wurde von Polizisten die Trennung für Frauen und Männer streng überwacht.

Am Tag durchstreiften wir die Umgebung zu Fuß; sie war sehr schön aber nicht so eindrucksvoll wie das, was wir schon kannten. Entschädigt wird man aber durch zahlreiche, teilweise sehr sehenswerte Agadire, Speicherburgen, die sich östlich der R 105 befinden und die von hier aus sehr gut erreichbar sind. Wegen der hohen Dichte der "Berberburgen" in dieser Region wird das herrliche Stück Straße zwischen Aït Melloul und Tafraoute manchmal auch als "Strasse der Agadire" bezeichnet.

Fotos von Agadiren um Tafraoute / Aït Abdellah:

Agadire Tafraoute