Tafraoute

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Blick über Tafraout

Tafraoute ist ein Oasenort im Anti-Atlas auf fast 1000 m Höhe, der eingerahmt ist von bizarren Felsen.
Der Ort selber liegt beschaulich auf einer Hochebene und bietet allein schon viele Möglichkeiten zum Erkunden. Kleine Gassen münden auf verschiedene Plätze mit den unterschiedlichsten Einkaufsmöglichkeiten. Besonders interessant sind die hier gefertigten speziellen farbigen Lederschuhe (Babouchen) aus Ziegenleder sowie die von den Frauen in Kooperativen hergestellten unterschiedlichen Produkte aus den Früchten des Arganbaumes.

Bereits 1861 beschreibt Reiseschriftsteller und Afrikaforscher Gerhard Rohlfs in "Mein erster Aufenthalt in Marokko" den Baum und beweist seinen Weitblick über den zukünftigen Wert der Arganprodukte:

„Eigenthümlich genug, findet sich dieser Argenbaum nur in diesen Gegenden, sonst nirgendwo auf der Erde. Der Elaeodendron Argan hat in der Regel die Grösse unserer Obstbäume…. Die Frucht selbst, von der Grösse einer Olive, sieht, wenn vollkommen reif, hochgelblich aus und hat einen widerlich süssen Geschmack, für Menschen ist sie vollkommen ungeniessbar. Ziegen auf dem Arganbaum Aber desto mehr wird sie von den auf den Bergabhängen weidenden Ziegen und Schafen aufgesucht. … Der braune faltenreiche Stein der Frucht, länglich von Gestalt und so gross wie ein Aprikosenkern, schliesst einen weissen Kern ein, der äusserst bitter schmeckt, aber ein sehr gutes Oel liefert, das in diesen Gegenden allgemein von den Eingeborenen zur Speisebereitung benutzt wird. …Der Arganbaum erreicht bisweilen die Höhe und den Umfang, dass seine Stämme als Nutzholz verwerthet werden können.
Für die Zukunft, d.h. wenn Marokko in den Kreis der Civilisation wird gezogen worden sein, dem es sich auf die Dauer ebenso wenig wie ein anderes Land wird entziehen können — wird dieser Baum … eine grosse Rolle spielen. Leider denken jetzt die Eingeborenen so wenig daran, materiell ihre Lage zu verbessern, dass sie es verschmähen, die Früchte des Arganbaumes, von dem es ausgedehnte und dichte Waldungen giebt, zu sammeln und zu Markte zu bringen, sondern es vorziehen, sie meist auf dem Boden verfaulen zu lassen."

Souk Tafraoute Überall in Tafraoute sind gemütliche Kaffee- bzw. Teehäuser zu finden, die den Tag nicht lang werden lassen. Wir haben dort sitzend so manch einen Vor- oder Nachmittag bei einem guten Pfefferminztee und vorzüglichem Gebäck vom nahe gelegenen Konditor verbracht und einfach das Treiben beobachtet. Eine sehr erholsame Tätigkeit
Nicht entgehen lassen sollte man sich den am Dienstag und Mittwoch stattfindenden Souk. Die liebevoll ausgestellten Waren sind ein Genuss für Auge und Nase. Gelegentlich darf man auch probieren, wenn man als kaufwilliger Kunde erkannt wird.
Aber auch die Aktiven können hier voll auf ihre Kosten kommen. Wer mit einigermaßen festem Schuhwerk ausgerüstet ist (uns haben Cross-Laufschuhe vollkommen gereicht), hat in der herrlichen Umgebung vielfältige Wandermöglichkeiten. Allerdings darf man keine markierten Wanderwege erwarten, sondern sollte sich etwas auf den eigenen Orientierungssinn verlassen. In Tafraoute lohnt sich auch, Fahrräder, besser Mountainbikes zu leihen und die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Ein absolutes MUSS ist der Gang zu den bunten Steinen (painted Rocks) und Tafraoute Painted Rocks zum "Chapeau de Napoléon" bei Aguerd Oudad. Die Gravuren von Tazzeka/Tazka müsssen gesucht und die Kullerfelsen um Afella Adai besichtigt werden. Die Schlucht von Aït Mansour will durchwandert werden. Im ehemals befestigten Ruinendorf (Ksar) Aït Taghaout stellte sich uns manche Frage, auf die wir keine Antwort fanden.
Auch das Tal der Ammeln ist von Tafraoute aus leicht erreichbar und lohnt auf jeden Fall einen Besuch. Von einem neu geschaffenen Aussichtspunkt nahe Azerouadou, einem alten, winzig kleinen Berberdorf, hat man eine hervorragende Aussicht über das Ammelntal und die Gebirgskette dahinter. Unterhalb des Djebel Lekst, von Tagdicht aus blickt man weit über das Ammeln-Tal, indem sich die verschiedene Oasendörfer aneinander reihen, unterbrochen von Gärten und Wasserbecken. Für eine Erkundung sollte man sich auf jeden Fall viel Zeit lassen, denn jeder Ort ist es wert, ausgiebig durchstreift zu werden.
Besonders schön ist dafür natürlich die Zeit des Mandelblütenfestes in und um Tafraoute und im Ammelntal Ende Februar, Anfang März.
Eine weitere Möglichkeit sind Ausflüge, Rundfahrten verbunden mit Wanderungen zu den umliegenden Speicherburgen, den Agadiren. Ksar n'Tigida Und wer noch mehr Zeit hat und mobil ist, kann auch die touristisch absolut unbekannte Gegend Richtung Boutrouch mit seinen Ksur (Ksour), Igoudar-Ruinen und Gravuren "erfahren". Obwohl bis auf eine Ausnahme - Ksar n'Tigida - diese einzigartigen Bauwerke leider dem Verfall preisgegeben sind, sind diese -teilweise schon wegen deren Lage- noch absolut sehenswert! Ksar n'Tigida belohnt nach einer Pistenanfahrt mit einer besonders traumhaften Lage und Optik, 2 Häuser des Dorfes wurden restauriert und von den anderen Gebäuden wurden die Grundmauern wieder hergestellt. Auch hier sind Bienenstöcke integriert. Absolut sehenswert!
Wer nach Süden weiter möchte: Eine landschaftliche Traumtour führt über Aït Mansour zur R107 Richtung Icht. Diese führt in ihrem Verlauf ins Tal des Assif Smougen - Noch mehr tolle Bilder auf einer Fahrt gibt es nicht!

Fotos von Agadiren um Tafraoute / Aït Baha:

Agadire Aït Baha

Linksammlung mit vielen Bildern von Tasguent (Tasguent auf facebook):

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