Sidi R'bat - Nationalpark Souss Massa

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Sidi R'bat

Sidi R'bat, Sidi Rabat, Sidi Rbat: Alles richtig geschrieben. Auch das ist die Vielfalt Marokkos: Kein Punkteabzug wegen falscher Schreibweise beim Diktat oder Aufsatz!

Noch bis um 1995 eine aus wenigen Häusern bestehende Haschisch- und Kifferhochburg und deswegen teilweise vom Militär abgeriegelt, hat sich der winzig kleine Ort inzwischen zu einem abseits jeglichen Trubels gelegenen Fischerdorf entwickelt. In den Sommermonaten machen hier gern Marokkaner Urlaub. Im Rest des Jahres waren wir hier mehr oder weniger allein.
Sidi Rbat Massa Park Also hervorragend geeignet für Besucher, die auch etwas mit sich selbst anfangen können. Am Ortseingang endet die Asphaltstraße und geht in eine gut befahrbare Sandpiste über. Hier direkt am Atlantik ist „die Welt zu Ende“.
Im Dorf selbst gibt es zwei winzige Einkaufsmöglichkeiten. Um "richtig" einzukaufen muss man ca. 7 km Richtung Massa fahren oder einen der Wochenmärkte (Souks) z.B. in Massa oder Belfaa besuchen - ein Erlebnis für sich. Vom Marabout des Herrn (= Sidi) R'bat, dem der Ort seinen Namen verdankt, ist bis auf Reste der Lehmmauern nichts mehr übrig, genauso wenig wie vom alten Dorf.
Oued Massa Das Gebiet entlang des Oued Massa ist recht geschichtsträchtig: Hier befindet sich eine Gruppe von Dörfern, die seit dem 3. Jahrhundert als ein Zentrum der Islamisierung gilt. Viele Glaubensschulen gibt es heute. Eine besonders malerische liegt oberhalb des Massa bei Ait Iyass. Zwei Dörfer weiter stromaufwärts zeugen die Reste eines französischen Forts von der jüngeren Vergangenheit.

Die Umgebung hat viel zu bieten. Am endlos scheinenden, flach abfallenden Sandstrand ist wirklich reichlich Platz für jeden. Angler, Surfer (eine kleine Surfschule findet man während der Saison direkt am Strand) und Wellenreiter kommen auf ihre Kosten. Der vorbeifließende Kanarenstrom sorgt für nicht zu warmes Wasser und bietet durch gelegentlich vorbeiziehende Nebelschwaden ein interessantes Naturschauspiel.
Höhlenwohnungen Spaziergänge am Wasser werden auch nicht langweilig. Wendet man sich unterhalb des Ortes nach Norden, so kann man in den Felsen der Steilküste, die immer wieder von Buchten mit Sandstrand unterbrochen wird, unzählige Höhlenwohnungen bestaunen, die sehr einfallsreich und individuell gestaltet sind. Immer mal wieder sind Ausblicke bis zum besonders bei Marokkanern beliebten kleinen ursprünglichen Fischerdörfchen Tifnit möglich. Auf dem Weg dahin entsteht Afrikas derzeit modernste Meerwasserentsalzungsanlage. Um die Wassernot der Region zu beenden, sollen hier - mitten im Naturschutzgebiet- ab 2021 beginnend letztendlich 400.000m³ Trinkwasser je Tag gewonnen werden.
Marabout Sidi Wassay Geht man nach Süden muss zuerst der Mündungsbereich des Oued Massa durchquert werden. Mal gelingt das trockenen Fußes auf einem breiten, meist fast menschenleeren Sandstrand. Manchmal fehlt der Sand komplett und es muss gewatet oder geschwommen werden.
An der Massa-Mündung befindet sich der Legende nach eine von mehreren Stellen, an der Prophet Jona bzw. Jonas von einem Meerestier an Land gespuckt wurde. Eine Tafel am Lehrpfad des PNSM im Souss Massa Nationalpark erinnert daran. Zu diesem Ausflug unten mehr.
Nach 3 km ist Sidi Wassay, ein kleiner Ort mit mehreren Restaurants, Geschäften und einem farbenfroh gestalteten Marabout an der Küste erreicht. Hier soll ein andalusischer Auswanderer, Begründer des Berberstammes der Issafen im 13. Jahrhundert begraben sein. Seine Báraka soll dafür sorgen, dass das Meer hier ganz wundersame Fische hervorbringt und die Küste vor Feinden, die vom Meer kommen, schützt.

Schildkröte Sidi R’bat befindet sich zwischen Agadir und Tiznit, beide Orte sind schnell und gut erreichbar. Landeinwärts ist man ebenso schnell in der Petit Sahara, einer kleinen, an die Sahara erinnernde sandigen Landschaft sowie am Staudamm Youssef Ben Tachfine, dessen Größe man von einem nahe gelegenen Aussichtspunkt erahnen kann. Hier wird der insgesamt 120 km lange, östlich von Tafraoute entspringende Oued Massa gestaut. Im Bereich seines Zulaufes in den Stausee kann man bei wunderbaren Wanderungen in der Nähe eines französischen Forts Schildkröten und zahlreiche Vögel beobachten. Weiterfahrend kommt man zu den legendären Drachenbäumen.

Marabout Ait Milk Vorbei am malerisch auf einem Hügel gelegenen Marabout in Ait Milk findet man hier im unbekannten Vorland des Anti-Atlas auf nahezu jedem Hügel ein Tiguemi, vielleicht vergleichbar mit dem „festen Haus“, aus der europäischen Burgenforschung: ein festungsartig gebautes Wohnhaus einer Familie, oftmals ebenso wehrhaft umgeben von den Stallanlagen. Die ersten kleinen Wehrdörfer mit teilweise interessanter Architektur erinnern an die Auseinandersetzungen um Hab und Gut in der Vergangenheit.
Und hier kann man kleine Kalksteinbrüche entdecken, die teilweise mit interessanter Technik noch von einem oder zwei Arbeitern bewirtschaftet werden.
Zu den ersten Berberburgen entlang der R 105, der "Straße der Agadire (Igoudar)" ist es ebenfalls nicht weit.

Alles in allem ist Sidi R'bat ein Ort, den man gut erholt und ausgeruht wieder verlässt!

Souss Massa Nationalpark

Mendesantilope + Strauß Naturliebhaber können im Herzen des 340 km² großen Souss Massa Nationalparks (PNSM) viel entdecken. Der Park wurde als "Ramsar-Schutzgebiet", als Feuchtgebiet von internationalem Interesse ausgezeichnet, handelt es sich hier um ein wichtiges Gebiet zum Durchzug, Überwintern und für die Brut für ca. 270 Vogelarten. Die gesamte Anlage erstreckt sich südlich von Agadir bis Aglou Plage bei Tiznit. Hier bei Sidi R'bat darf das Vogelschutzgebiet betreten werden. Ein sehr schöner Lehrpfad entlang des Oued Massa mit vielen Informationstafeln und teilweise überdachten Sitzgelegenheiten beginnt hier. Sein Eingang hier - der Eintritt ist kostenlos – wird von zwei sehr freundlichen und auskunftsfähigen Parkwächtern behütet. Gern geben sie Informationen über die zu entdeckenden Tiere, zeigen die eine oder andere Besonderheit und lassen die Besucher sonst aber allein auf dem ca. 2 km langen Weg entlang der Mündung des Massa Flusses. Wir haben zahlreiche Vogelarten wie den Waldrapp (ein schwarzer Ibis), Graureiher, Löffler, Flamingos und Komorane gesehen und konnten einmal eine Manguste beobachten.
Säbelantilope In zwei weiteren natürlich belassenen, wunderschönen umzäunten und bewachten Kernzonen -Rokein, 20 km² und Arrouais, 12 km²- vor allem für Vierbeiner, die nur unter Führung eines Guides mit dem Auto durchfahren werden dürfen, haben wir die in der Wildnis vollkommen durch Jagd vernichtete Säbelantilope (Oryx dammah) und die weitgehend ausgerottete und als hochgradig gefährdete Mendesantilope oder Addax (Addax nasomaculatus) beobachtet. Außerdem sahen wir die als gefährdet eingestufte Dorkasgazelle (Gazella dorcas), deren Bestand noch immer durch übermäßige Bejagung abnimmt sowie große Herden des nördlich der Sahara ausgestorbenen Afrikanischen Rothals-Strauß (Struthio camelus).
Addax Mendesantilope Die hochgradig vom Aussterben bedrohte, in freier Wildbahn bereits ausgestorbene Mhorrgazelle, eine Unterart der Damagazelle soll hier ebenfalls wieder angesiedelt worden sein.
Die Tiere können hier im geschützten Gebiet in ihrer natürlichen Umgebung leben. Der PNSM strebt an, einen Beitrag zur Bestandserhaltung und zur späteren Auswilderung dieser Tierarten zu leisten.

Stern Gern vermitteln wir Sie an einen entsprechend zertifizierte Guide, der für Sie die notwendigen Formalitäten für den Zutritt zu diesen Arealen organisiert und mit Ihnen den Ausflug durchführt.

Weitere Bilder von Ort und Umgebung im Fotoalbum:

Fotoalbum Sidi R'bat

Buchempfehlungen, weiterführende Informationen:

In unserem Stadtplan von Agadir haben wir Ausflüge zum Stausee Youssef Ibn Tachfin, zur „Petit Sahara“, zu einem französischen Fort, einer Quelle und zur Schildkrötenbeobachtung beschrieben.
Afrika - Patt Problem von Peter Kohle, der lange im La Dune in Sidi R'bat zu Hause war: Hier geht's auch durch den Ort...
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Quellenangaben:

Informationen zum PNSM mit freundlicher Unterstützung von Dr. Alexander Sliwa, Kurator AG Zoologischer Garten Köln, www.koelnerzoo.de