Sidi Ifni

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Sidi Ifni


Die Atlantikküste ist schon beeindruckend, aber wenn man in den Ort Sidi Ifni mit seinen weiß getünchten Häusern und blauen Fenstern und Türen hineinfährt, macht sich einfach nur positive Urlaubsstimmung breit. Dieses angenehme freundliche Gefühl haben wir während unseres Aufenthalts vor Ort ständig empfunden. Die ehemalige spanische Kolonie weist eine sehr ansprechende Architektur auf, auch wenn einige der ehemals imposanten Häuser heute leider mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben sind.
Der Ort präsentiert sich insgesamt durchweg angenehm - mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, einem kleinen Souk und vielen kleinen Gaststätten, in denen man hervorragend fangfrischen Fisch in zahlreichen Variationen essen kann. Eine breite Strandpromenade lädt zum Flanieren ein und bietet atemberaubende Ausblicke auf die Küste.
Wer sich für die Herkunft des Fisches interessiert, kann im Hafen den Fischern bei ihrer nachmittäglichen Arbeit zusehen und einen Eindruck gewinnen, wie hart die reine handwerkliche Arbeit dort ist, bis der Fisch auf dem Teller liegt!
Sidi Ifni Neben der Erkundung des Ortes besteht auch die Möglichkeit, die in der Nähe liegenden Orte Sidi Ouarzig (Sidi Ouarzig) oder den idyllisch gelegenen Badeort Legzira zu besuchen. Wir waren - in der Zeit des Ramadan, aber auch im Dezember - die einzigen Badegäste an einem ausgedehnten Strand mit feinstem Sand! Beeindruckend sind dort neben der Weite die riesigen Felstore aus rotem Gestein, die aus dem Dunst auftauchen, Schatten spenden und ideal für unzählige Fotomotive sind.

+++ Update September 2016: Eins der Tore in Legzira (auf dem Foto unten) ist eingebrochen +++

In den Neunzigern war Legzira noch ein Insider-Tipp. Peter Kohle beschreibt in "Afrika - Patt Problem" die Bucht:

„Es gibt nicht das kleinste Hinweisschild und es ist so gut wie nicht zu finden. Erst wenn man die nur schwer befahrbare Piste hinter sich gebracht hat, landet man an einer Plattform auf der Steilküste und sieht nichts. Geht man durch Kakteen, etwas Müll und Gestrüpp weit an den Rand der Steilküste, sieht man unten am Strand einige rote, zum Teil schilfgedeckte Lehmhütten…, daneben eine Baustelle und die rosa Rückwand des Hotels… .
Legzira ist ein Ort für den zweiten Blick. Unten angekommen sahen wir, daß das Hotel halb in den Felsen hinein gebaut wurde … . Das einfache Gebäude zeigte verspielte Liebe zum Detail. Alles, drinnen wie draußen, war gepflegt, unter Farbe und liebevoll beschriftet. An der Außenfassade sahen wir erstmals das Wort LEGZIRA, Restaurant & Café, neben einem bunten Phantasielogo.
Wir nahmen auf der Terrasse Platz, auf der sich einige Hunde und Katzen in der Sonne rekelten und tranken einen Thé la Menthe. Der junge, marokkanische Inhaber setzte sich zu uns und er vermittelte frisches Engagement mit Aufbruchscharakter ohne Dollar-Blick und Hektik. Er liebte den Platz und war eifrig bemüht, etwas Gutes entstehen zu lassen - little by little, wie er sich ausdrückte - alles schien in den Anfängen und charmant provisorisch. Steintor Legzira … Strom gab`s noch keinen aber einen kosmischen Ausblick auf den Atlantik sowie einer Felsgruppe in der Brandung. ... Auf ihr saßen Fischer mit langen Angeln und gingen ihrem Tagwerk nach. Während der Flut paddelten sie in winzigen Booten aus umgebauten Schläuchen von LKW-Reifen um den Felsen, um auf diesem Weg den Fischen nachzustellen - schön zu beobachten. …
Auf unsere Frage nach dem Übernachtungspreis antwortete er, fast etwas verlegen, 40 Dirham - das sind um die acht Mark. … Links des Hotels liegen in Buchten langläufige Sandstrände und kleinere Dünen, der Steilküste vorgelagert, die durch Felsvorsprünge von kathedralen Ausmaßen voneinander getrennt sind. Wind und Wasser haben große, runde Tore in die gigantischen Felsen gespült. Geht man durch sie hindurch, beeindrucken die gewaltigen Dimensionen und man erfährt ein einmaliges, akustisches Erlebnis. Auf einigen Strandabschnitten liegen Tausende, rundgeschliffene Steine in allen Farben, die häufigste Farbe ist blau. Die Wellen rollen diese Steine gegeneinander und in diesen höhlenartigen Toren und Wölbungen der Felsen hallt dieses Geräusch, vermischt mit dem Sound der brechenden Wellen, von den Felswänden vielfältig wider. Abends geht die Sonne über dem Meer unter und beleuchtet diese bizarren Felsformationen mit warmen Abendlicht, und die Eindrücke verändern sich durch Licht und Schatten ständig, bis die Sonne im Meer versinkt. Ein meditativer Ort, an dem jemand, der entsprechende Eindrücke und Feelings zu schätzen weiß, bestimmt seine Freude haben wird.“

Fotos von Ort und Umgebung:

Fotoalbum Sidi Ifni