Imlil, Oukaïmeden mit Toubkal und Lac d'Ifni

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Hoher Atlas
• skilifte • der höchste berg marokkos • der höchste berg des hohen atlas • abenteuerliche brücken •

Beim Anflug auf Agadir fällt er auf. Von Marrakech aus sieht man ihn, in manchen Gärten hier ist er Bestandteil der optischen Gartengestaltung:
Der Djebel Toubkal / Jbel Toubkal, mit knapp 4200m höchster Berg Marokkos sowie des Hohen Atlas. Zugleich ist er Namensgeber für das Toubkal-Massiv, die angrenzende Bergkette mit weiteren Gipfeln um die 4000m: u.a. dem zweithöchsten Berg Marokkos, dem Ouanoukrim mit seinen beiden Gipfeln Ras Timzguida.

Toubkal Nationalpark - Parc National de Toubkal (PNTb)
Toubkal Der 394 km² (mit Randgebieten über 1000 km²) große Parc National de Toubkal (PNTb) ist der älteste Nationalpark Marokkos. Er wurde am 15.01.1942 gegründet. Besonders geschützt werden die natürlichen Ressourcen der Hochgebirgsregion und die besondere biologische Vielfalt (Biodiversität) von Flora und Fauna.
Beheimatet sind zahlreiche Säugetierarten, darunter Mähnenspringer (Mähnenschaf, Berberschaf oder Aoudad), die als bedroht geltenden Cuviergazellen, Berberaffen (Magot), Gewöhnliche Stachelschweine, Streifenhyänen und Atlashörnchen (Berberhörnchen). Einst lebten hier auch Berber-Leoparden und Berberlöwen. Zahlreiche Vogelarten sind ebenfalls zu Hause: Bartgeier, Gleitaar, Lannerfalke, Wüstenfalke, Steinadler, Zwergadler, Habichtsadler und Schlangenadler sowie Kammblässhühner, Felsenhühner, Haussegler, Rötelschwalben, Wasseramseln, Rotkopfwürger, Ohrenlerchen, Alpenbraunellen, Diademrotschwänze, Rotflügelgimpel, Hausammern, Alpenkrähen und Alpendohlen.
Ebenso vielfältig ist die Flora: Neben Steineichen, Aleppo-Kiefern und Wacholder, Artemisia und Pfriemengräsern sieht man u.a. Narzissen, Glockenblumen, Gänsekressen, Ginster, Kratzdisteln, Zwerg-Augentrost, Niederliegende Kirschen, Reiherschnäbel und Schneckenklee. In den Flusstälern sieht man Oleander, Weiden, Schwarz- und Silber-Pappeln, Steineichen, Portugiesische Eichen und Eingriffeligen Weißdorn.

Imlil Will man den Toubkal besteigen, erreicht man ihn aus dem Norden kommend am besten über Imlil. Kommt man vom Süden, ist als Ausgangsort Amsouzart etwas unterhalb des Lac d'Ifni ideal.
Imlil und Amsouzart sind nur 17 km (Luftlinie) voneinander entfernt. Zu Fuß – natürlich mit den entsprechenden Pässen dazwischen - trennen sie ca. 30 km, 2-3 Tage Marsch. Mit dem PKW sind es auf Asphalt mehr als 220 km, eine fordernde Tagestour! Egal aus welchem der beiden Orte man kommt: 2-3 Tage sind für eine Toubkal-Besteigung einzuplanen. Der Toubkal gilt –zumindest in den Sommermonaten- im Verhältnis zu seiner Höhe als relativ einfach besteigbar.

Oukaïmeden Ein großes Wandergebiet umgibt ihn, welches man auch vom 2600m hoch gelegenen Oukaïmeden aus gut erschließen kann. Den Ort erreicht man auf asphaltierter Straße über Tninel’Ourika und das Ourika-Tal kommend. Mehr zu diesem Tal weiter unten. An einem heißen Augusttag in der Ebene besuchten wir ihn bei hier sehr angenehmen Temperaturen. Wir waren die einzigen Gäste, in der Überzahl waren die Souvenirhändler, die uns teilweise bereits unterwegs abgepasst hatten. Die zahlreichen Gasthausbetreiber erwarteten, dass wir bei ihnen essen und trinken würden. Der Ort ist wahrscheinlich besonders im Sommer speziell: In wirklich malerischer Landschaft, grünen Wiesen mit sanften Hügeln, die irgendwo an die Fotos schottischer Hochebenen erinnern, befindet sich eine Anhäufung von nicht eben schönen Betonbauten. In der Nähe – auf dem 3270m hohen Oukaïmeden– heben sich die Skilifte als Silhouette vom Himmel ab. Sicher fällt das im Winter, wenn hier Schnee liegt, Menschen unterwegs und die Wintersportleraktiv sind, nicht so auf?
Oukaïmeden Entschädigt wird man von dem Aussichtspunkt oberhalb des Ortsendes mit Blick auf das Toubkal-Massiv und in die Ebene sowie die zahlreichen Wandermöglichkeiten. Am Hang in Höhe des Ortseinganges konnte man bis vor einiger Zeit viele Felsgravuren finden, leider sind die meisten davon inzwischen durch Vandalismus zerstört. Aber auch hier eine Entschädigung, die es lohnend macht, den Ort zu besuchen: Einige km vor Oukaïmeden befindet sich –gut mit einer kleinen Wanderung zu verbinden- eine Hochebene, auf der zahlreiche gut erhaltene Felsgravuren auffindbar sind.

Lake d' Ifni Der von Wanderern seltener angesteuerte Ausgangspunkt für eine Toubkal-Besteigung oder andere, auch ausgedehnte mehrtägige Wanderungen ist Amsouzart im südlichen hohen Atlas. Nur ein kurzes Stück Piste trennt ihn von der asphaltierten Straße, die in einem Bogen zwischen der N10 bei Aoulouz und der N9 bei Agouim verläuft. Schnell kommt man auf dieser schmalen Straße nicht voran. Neben der abwechslungsreichen Landschaft locken zahlreiche, noch traditionell genutzte Speicherburgen zur Besichtigung, einige andere sind aufgegeben, ruinös. Die Speicher im Grenzgebiet zwischen Hohem Atlas und Djebel Siroua werden im Dialekt der hier ansässigen Berber als Ighrem, Mehrzahl Ighrman bezeichnet. Ighrem Azrou Wohl sind sie nicht so alt wie die im Anti-Atlas, durch ihre Nutzung aber größtenteils gut erhalten. Die Dorfbewohner zeigen gern ihren Gemeinschaftsbau: Besucher fragen im Dorf nach dem Schlüssel und sollten 20 DH p.P. für die Besichtigung entrichten. Zumeist wird nach der Besichtigung zum Tee geladen, über ein paar weitere Dirhams freut man sich.
Angekommen im kleinen Ort Toubkal führt eine Piste im grünen Flusstal zum Ort mit seinen einfachen Bergsteiger-Unterkünften. Eine Wanderung zum 2300m hoch gelegenen Bergsee Lake d' Ifni ist natürlich Pflicht. Es gibt keine Wegmarkierungen, für die Toubkal-Besteigung oder andere längere Wanderungen z.B. zum Yagour-Plateau bucht man hier einen Guide, der mit Maultieren oder Eseln zugleich den Transport der gestellten Zelte, der Lebensmittel und des sonstigen Gepäcks organisiert. Wanderungen führen durch zahlreiche ursprüngliche Dörfer mit Lehm- und Steinhäusern und sehr freundlichen Menschen.

Imlil Die meisten Wanderer erreichen das Toubkal-Gebiet wohl über Imlil. Der kleine touristisch gut erschlossene Ort ist über asphaltierte Straße nach einer reichlichen Autostunde von Marrakech erreicht. Die Ursprünglichkeit ist etwas verloren gegangen, der Wanderer findet hier dafür aber alles vor, was er braucht und noch viel mehr. Selbst eine Apotheke mit nächtlicher Leuchtreklame gibt es hier! Die traditionellen Stein- bzw. Lehmbauten auch in den umliegenden Dörfern sind nahezu vollständig denen aus Beton und Zement gewichen. Seit 2019 fordern stationäre Militärposten an den Hauptwanderwegen dazu auf, nur in Begleitung eines Guides zu wandern. Diese können dort gebucht werden. Von hier aus kann in einer angenehmen Wanderung das Marabout von Sidi Chamharouch besucht werden.

Ourika-Tal Als weiterer Ausgangspunkt für Wanderungen ist das Ourika-Tal zu nennen, insbesondere Setti-Fatma. Von hier aus werden Touren in das Toubkal-Gebiet angeboten, aber auch östlich, z.B. zu den bekannten Fels-Gravuren von Yagour.
Aber natürlich kann man überall - und so auch hier - kleine Wanderungen und Spaziergänge machen. Dafür bietet sich das Ourika-Tal besonders an. Im gesamten Talverlauf laden immer wieder kleine Wirtshäuser mit Tischen und Stühlen teilweise im flachen Wasser des Ourikas stehend zur Rast ein, manchmal befinden sie sich auf der anderen Flussseite und werden über abenteuerliche Brücken erreicht. Eine sehr schöne kleine Tour führt zu den Cascaden bei Setti-Fatma, wo mehrere kleine Wasserfälle besucht werden können.
Saline Wer genug gewandert ist, sollte sich die Saline am Taleingang sowie die Ausgrabungsstätte der mittelalterlichen Handelsstadt bei Aghmat ansehen. In Tafza findet sich das Écomusée Berbère, wo die Geschichte vor allem anhand hervorragender Fotos präsentiert wird. Wen wundert’s – handelt es sich doch um einen Ableger des Maison de la Photographie, des Foto-Museums in Marrakesch.
Hervorragend entspannen kann man auch bei der Besichtigung einer der zahlreichen pépinières, einer Gärtnerei im Umfeld von Tnine l’Ourika.



Weitere Fotos vom Hohen Atlas im Fotoalbum:

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