Igherm und Tazghalit

| Zum Fotoalbum | Rundreisen | Agadre um Igherm |

| Igherm Strassen- und Landkarten | Reiseführer, Waypoints, Kletterführer | Bildbände, Literatur |

Tazghalit Blick von der Unterkunft


Schon lange reizte uns die Gegend um Igherm (Irherm). Nachdem wir dort direkt keine Unterkunft fanden, entschieden wir uns für das ca. 40 km entfernte Tazghalit (Tazghlilt). Das kleine Bergdorf liegt in 1200 m Höhe am Ende einer 4 km langen Piste.
Tazghilit Fenster Oberhalb des Dorfes –eine kleine Oase- thront an einem Hang gelegen das relativ neue, aber im historischen Stil erbaute und eingerichtete Maison. Gebaut mit dem hier vorkommenden rötlichen Gestein ist es deswegen aus der Ferne eigentlich nicht wirklich wahrnehmbar. Auch interessant: Im Untergeschoss befindet sich eine Fair-Trade Arganölproduktion; hier werden von den Frauen der umliegenden Dörfer die geknackten Kerne abgegeben und daraus das Öl gepresst.

Kein Auto, kein Flugzeug, die absolute Stille wurde nur regelmäßig zeitgleich durch Gesänge von den beiden Moscheen des Dorfes und am Wasser spielenden Kindern wenn nachmittags die Bewässerungsrinnen geöffnet wurden unterbrochen. Nachts war der klare Himmel voller Sterne; wenn man hier Ahnung gehabt hätte, wäre sicher die ganze Nacht mit Studien drauf gegangen.
Ziegen Arganbaum Eigentlich wollte man hier nur so dasitzen, Ausschau halten (sehr gut ließen sich von hier aus die Frauen bei der Feldarbeit beobachten) und dabei Tee trinken – das gelang auch ab und zu; dennoch machten wir kleine Ausflüge; bepackt mit einem Picknick. Bei einem Streifzug machten wir auch (zum Glück keine nähere) Bekanntschaft mit einer Horde Wildschweine, die es im Anti-Atlas reichlich gibt: Von uns bei der Nahrungssuche wohl im Flusstal aufgeschreckt, floh die Familie.

Der Piste Richtung Gebirge steil bergauf folgend fanden wir das winzige Dorf Arg auf einem Hochplateau in karger Landschaft. Hinter einem kleinen Bergrücken wurde es grün; hier fanden wir eine Oase mit Brunnen und absolut klarem Wasser.

Aber eigentlich hatten wir ja die Unterkunft besucht, um Igherm und Tagragra einen Besuch abzustatten: Für die 50 km nach Tagragra brauchten wir 1,5 Stunden mit dem Auto. Zu Fuß weiter ins Dorf und darüber hinaus: Ein Ausblick tat sich auf, den wir so bislang noch nicht gesehen hatten: In absolut unbewachsener Landschaft (eigentlich ist Marokko doch ziemlich grün, dachten wir hier) war Platz zum Ausschau halten soweit man eben konnte. Grandios.
Kaffepause in Igherm, einem kleinen beschaulichen Marktflecken an einer Kreuzung zwischen Gebirge, Tiefebene um Agadir, Ostmarokko und dem Süden. Besonders reizvoll ist der Ort am Mittwoch, wo hier Markt ist - das Städtchen präsentiert sich dann weniger beschaulich sondern im Ausnahmezustand. Alles spielt sich auf der Hauptkrezung ab; es kommt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Direkt am Ortsrand liegt eine sehenswerte Speicherburg. Wohl auch durch eine Schutzmauer geschützt aber nicht erhöht auf einem Berg, wie wir das sonst kannten. Ein Baugerüst versperrte uns den Zugang; schnell durchgeklettert trafen wir eine Frau, die uns erlaubte, den Agadir, indem sie offensichtlich auch wohnte, anzusehen. So streiften wir durch das gut 500 oder auch 800 Jahre alte Gemäuer, immer die Frau dabei, die in unserer Gegenwart bemüht war, kleinste Plastikreste, die leider in Marokko überall rumfliegen, aufzusammeln. Tee auf der Terasse In unmittelbarer Nachbarschaft des Speichers war ein Ortsteil, der scheinbar genauso alt war: Durch kleine verwinkelte Gassen laufend konnten wir interessante Konstruktionen bestaunen, die als Treppen dienten um in die in 1,5 m hohe 1. Etage der Gebäude zu gelangen. Mal war es ein Baumstamm, in den Kerben gehauen waren, ein anderes Mal waren flache Steinplatten in die Mauer eingelassen – was eben grad da war wurde verwendet. Teilweise überquerten die engen Gassen in 1,7 m Höhe überbaute Brücken, die die Gebäude auf beiden Seiten der Straße verbanden. Irgendwie müssen wir hier und nach Tagragra nochmal länger hin; auch um die anderen Agadire zu finden…