Icht / Fam el Hisn

| Zum Fotoalbum | Reiseangebote | Rundreisen | Agadire der Region | Postkarte schicken |

| Strassenkarten, Land- und Wanderkarten | Reiseführer, Waypoints, Kletterführer | Bildbände, Literatur |


Tamanart
• eine alte kanone zwischen den felsen • ein vergessenes großdorf • tiger und elefanten • fast jedes dorf eine kleine festung •

Auf halber Strecke von Bouizarkane nach Akka und Tata, ganz zentral an der südlichsten Ost-West-Verbindung Marokkos, liegt das kleine Oasendorf Icht. Ein Verkehrsknotenpunkt: Zusätzlich stößt hier die parallel zur Grenze zu Algerien verlaufende N12 aus dem Südosten Marokkos kommend auf diese Strecke.
Icht Einst ein umkämpfter Platz - die Reste des befestigten von einer Mauer umgebenen alten Dorfes zeugen davon. Bis zu 1500 Menschen haben hier im Ksar auf engstem Raum gewohnt: Die angeblich bis zu 500 Jahre alten, teilweise gut erhaltenen Überreste kann man sich von einem Guide zeigen lassen, allein verirrt man sich in den dunklen, komplett überdachten sehr sauberen Gassen wahrscheinlich schnell. Man findet die versteckte Moschee nicht und so manches alte Wohnhaus kann mit einem Führer auch geöffnet werden. Hier wohnte man auf engstem Raum: Das Erdgeschoss der 3 Etagen umfassenden kleinen Gebäude mit Lichthof war dem Eingangsbereich und den Tieren vorbehalten, die täglich durch die engen dunklen Gassen getrieben wurden. Darüber die Wohn-Etagen mit Kinderzimmer, Elternschlafzimmer mit separater Waschgelegenheit - der Abfluss ging nach unten direkt zu den Tieren. Oben die zum Hof offene "Winterküche" und darüber eine Dachterasse mit der offenen "Sommerküche". Die Kommunikation mit den Nachbarn erfolgte jederzeit über die Dächer. Unterhalb des Dorfes eröffnet sich einem dann ein gepflegter Oasengarten.
Tamanart Icht ist aber auch ein idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge. In ca. 7 km Entfernung kann man das Leben und Treiben der Einheimischen in Foum el Hisn, einem weitaus größeren Oasenort beobachten. Hier kann man einkaufen, einen alten und einen modernen Ortskern besichtigen und Spaziergänge unter Palmen machen.
Ca. 70 km auf schnurgerader asphaltierter Straße erreicht man auch recht schnell Assa mit seinen Gravuren und dem großen Ksar. Am Wadi Draa etwas südlich von Fam El Hisn bzw. Foum el Hassane -wie der Ort auch genannt wird-, gab es bis ca. 1950 noch Krokodile, die im für Besucher geöffneten Croco-Park in Agadir nachgezüchtet werden. Felsgravuren
Um Icht wurden bislang mehr als 35 Fundstellen von Felsgravuren mit Abbildungen von Elefanten und gar Tigern (?) entdeckt, den Zeitzeugen früher Landnutzung durch Nomaden. Einige davon sind nicht weit entfernt im Tal des Assif Tamanart, durch das die R107 -teilweise als Piste- in malerischer Umgebung später durch das Tal des Assif Smougen in Richtung Tafraout oder auch Tiznit führt. In diesem Tal zeugen einige Orte wie z.B. Tamanart und Tanegherote von bereits sehr langer Besiedlung. In El Kasba befindet sich die Ruine der Festung Tagadirt n'Aït Herbil, etwas flussaufwärts steht auf einer Anhöhe etwas oberhalb des alten Ruinen-Dorfes wie eine Festung der Sitz des mächtigen Scheichs von Tamanart aus dem 19. Jahrhundert. Am Eingang fiel uns ein blankgewetzter Stein auf, auf dem sicher der Wächter gesessen hat und aus Langerweile und zum Zeitvertreib Schriftzeichen in den Stein ritzte. Und wie mag die alte Kanone, die wir in den Felsen dahinter fanden, hierher gekommen sein? Großdorf Das von unten kaum erkennbare, verlassene und sehenswerte Großdorf Aït Ali des Oumribete in der Größe eine Kleinstadt liegt auf einem Felsplateau oberhalb von einem Marabout.
Mindestens genauso schön ist in Richtung Akka der Oasenort Tadakoust mit seinem Agadir, der über eine Piste erreichbar ist.
Es bieten sich also umfangreiche Ausflugsmöglichkeiten an: Wanderungen durch die Geschichte, die herrlichen Gärten der ausgedehnten Oasenorte mit ihrem ausgeklügelten Bewässerungssystem oder Streifzüge im ausgetrockneten Flussbett.