Oase Tighmart / Tighmert bei Guelmim

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Oase Tighmart
• ein botanischer Garten in der Oase • unterirdische Bewässerungssysteme • eine heiße Quelle •

Die Oase Tighmert, mit 10 km Länge die drittgrößte Oase Marokkos ist eine sehr idyllische gelegene Ansammlung mehrerer kleiner Ortschaften (u.a. Ait Bekkou, Taourirt und Asrir), bestehend aus Häusern und kleinen Farmen entlang der dortigen Lebensader – einer Wasser führenden Rinne. Casbah Musee Hier herrscht weder Durchgangsverkehr noch touristische Hektik – ein idealer Ort für Ruhe suchende. Hin und wieder ertönt aus einer der vielen kleinen Moscheen der Gesang des Muezzin – neben einigen Tierstimmen die einzigen Geräusche der Umgebung. Schatten spendende Palmen und kleine Obst- und Gemüseanpflanzungen laden zu erholsamen Spaziergängen ein. Folgt man den Wasserrinnen zwischen den Palmen gegen den Strom, kommt man zur Mini-Talsperre und ein Stück weiter sprudelt lebhaft eine heiße Quelle. Wer von den einheimischen Pflanzen noch nicht genug hat, kann weitere hier nicht heimische im gepflegten kleinen botanischen Garten der Italiener Anna + Alessandro ansehen.
In einem "Maison fortifiée", einem festungsartigen Wohnhaus ist das Museum "Casbah Musee Caravanserail" untergebracht. Hier wird die Geschichte der Oase an Hand von zahlreichen Gebrauchsgegenständen aller Epochen vorgestellt.

Tiermarkt Guelmim

In der Gegend wird von Historikern nicht nur das legendäre Noul Lemta / Noul Lamta vermutet. Archäologen ordnen die Ruinen auf einem Hügel bei Asrir dieser blühenden Stadt aus dem 13. Jahrhundert zu, in der Handel mit Schwarzafrika getrieben wurde. In der Nähe von Guelmim findet man die Ruinen von Tagaost, einer Stadt aus dem 14. Jahrhundert. Felsgravuren Richtung Fask und Assa zeugen ebenfalls von früher Besiedelung dieser herrlichen Region Marokkos.

Zaoia Assa Wer mit dem Auto anreist, hat natürlich auch zahlreiche Möglichkeiten, in verschiedenen Tagesausflügen die nähere oder weitere Umgebung zu erkunden. Das beginnt bei verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten im ca. 12 km entfernt liegenden Ort Guelmim, wo sonnabends im großen Souk Amhaerich Tiere (auch Kamele) sowie Obst und Gemüse der Region gehandelt werden. Im Kasbah-Viertel von Guelmim stehen einige Wohnburgen, der Sonnenuntergang ist vom Hügel mit der Ruine einer Kasbah sehr schön über der Stadt zu beobachten.
In den Kaskaden von Fask kann man -hat man sie erwandert- baden. Interessant ist auch ein Tagesausflug in die Oasenstadt Assa mit seinem alten teilrekonstruierten Wehrdorf (Ksar) und einigen sehr repräsentativen Marabuts.
Khettara Das urprüngliche Bewässerungssystem von Oasen, Khettaras können ganz in der Nähe angesehen werden.

Erholung findet man auch in einer ruhige Bucht an der Antlantikküste in oder um das Fischerdorf Sidi Ouarzeg. Hier wie auch am Plage Blanche ist man unter Umständen vollkommen allein! Wir waren froh zu erfahren, dass geplante Bauprojekte in dieser Region derzeit nicht mehr fortgeführt werden dürfen. Ein Tagesausflug zum "Weißen Strand", lässt sich mit einem Besuch des legendären Fort Bou Jerif, einer 1935 von den Franzosen an der Grenze zur spanischen Enklave Sidi Ifni erbauten Militärstation verbinden. Hier soll es auch die meisten Giftschlangen Marokkos geben.
Ein Erlebnis aus dieser Gegend von Peter Kohle aus "Afrika - Patt Problem" von seiner Afrika-Reise in den neunziger Jahren:

„Hier winkte uns ein Araber zu, machte Zeichen, daß wir anhalten möchten und er kam zu unserem Auto. Plage Blanche Er entpuppte sich als etwa vierzigjähriger, älter wirkender Deutscher, der sich schon solange in der Sahara aufhielt, daß er äußerlich von einem Araber kaum mehr zu unterscheiden war. Er zeigte auf seinen Unterarm, an dem ein schwarzes, steinähnliches Stück klebte, in der Größe einer halben Zigarette, und sagte: „Hat mich das Mistvieh doch glatt gebissen. Die Kobras hatten ihren Kasten vollgeschissen, ich mußte sie rausnehmen, und das eine Vieh beißt mich doch tatsächlich. Hätte ich nicht gedacht. Habt ihr mal `ne Zigarette oder zwei, meine sind gerade alle geworden.“ Wir gaben ihm ein paar Zigaretten und waren perplex. Wir fragten ihn, ob der Kobrabiß nicht ein Problem für ihn sei und er antwortete: „Keine Ahnung, hatte lange keinen und man weiß nie, wieviel Gift einem die Kobra gibt. Ich werd’s ja mitkriegen. Wenn ihr Bock auf Schlangen habt, könnt ihr mal gelegentlich vorbeikommen, ich wohn da hinten bei den Palmen.“ …
Als wir abends in dem Beduinenzelt saßen und klönten, besuchte uns der Schlangenmann…. Sein Weg in die Wüste begann in den späten Sechzigern, spirituelle Interessen, bewußtseinserweiternde Drogen, Afghanistan, Indien, Philosophie, Buddhismus, Senyassin, Moslem und dann die Begegnung mit einem indischen Schlangenmeister, mit dem er mehrere Jahre als Lehrling durch die Gegend gezogen ist und sich alles Wissen über Schlangen aneignete.“

Kurz hinter Guelmim noch im Flachland an Fuß der Berge liegt ein kleiner beschaulicher Ort mit einer Thermalquelle und einem großen Palmengarten, Abaynou. Uns wurde berichtet, abends sei das Bad für Männern und Frauen geöffnet.
Und manch einer hat von hier aus auch Amtoudi mit seinen Igoudar Id Aissa und Agelloy erkundet. Ein ideales Reiseziel also, um von hieraus weiter in Südmarokko auf Entdeckung zu gehen oder die Ausflüge in Richtung Antiatlas und Saharaausläufern beliebig zu erweitern.


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