Amtoudi

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Amtoudi Panorama Id Aissa
• fische am rand der sahara • zwei ausnahme-berberburgen • dendriten und felsgravuren • badepause •

Bilder sagen mehr als Worte: In atemberaubender Schönheit liegt aus einer kargen Tiefebene kommend der langgezogene grüne Ort in einem tiefen Einschnitt zwischen zwei Felsenketten. Hier endet die Straße, Autoverkehr gibt es also nahezu kaum. Und auch sonst strahlt der Ort eine herrliche Ruhe aus. Wir waren im Juli während des Ramadan dort, der Ort schien im Tiefschlaf zu liegen. Sicher ist das nicht immer so, sicher findet hier ansonsten auch das Leben mehr auf der Straße statt. Zwei Einkaufsmöglichkeiten haben wir kennen gelernt – hier wird Einkaufen noch zum Erlebnis, wenn man kein arabisch spricht!
Palmen, Feigen und Mandelbäume sind entlang der leise plätschernden Bewässerungsrinne zu finden, die Häuser sind etwas oberhalb davon an den steinigen und kahlen Hängen angesiedelt. Hoch über dem Tal thronen zwei imposante Igoudar (Agadire, Speicherburgen), die den Menschen vor einigen hundert Jahren zur Aufbewahrung ihrer Vorräte und als Schutz vor feindlicher Belagerung dienten. Der besterhaltene Agadir Id Aissa mit einigen Felsgravuren (Petroglyphen) an seinem Fuß sowie im Inneren und auch der benachbarte Agadir Agellouy können nach Vereinbarung mit dem Wächter, dem Amin unten im Ort besichtigt werden.
Es sieht aus wie Versteinerungen, sind aber keine: Hin und wieder findet man Dendriten, bäumchen- oder strauchartige Kristallstrukturen auf den Steinplatten. Amtoudi Bad im Gumpen Außer viel Ruhe und der Möglichkeit, zwischen den Palmen und den darunter angesiedelten kleinen Gärten spazieren zu gehen, laden im weiteren Verlauf des Tales in einer schmalen Schlucht kleine, von klarem Wasser durchströmte Gumpen (auch Kolke oder Gueltas genannte beckenartige Strudeltöpfe), zum Baden und Verweilen ein. Ganz allein ist man hier aber nicht, Frösche und zahlreiche helle wie flinke, bis zu ca. 8 cm große Fische leisten einem Gesellschaft. Wir fragten uns immer wieder, wie diese hierhergekommen sein könnten, bis wir in dem Buch "Ins Herz der Sahara" von Dr. Werner Wrage über ein Erlebnis am Rande der algerischen Sahara lasen:

"Dann stehen wir plötzlich am Talschluß vor einem kreisrunden Teich. Unser Fahrer behauptet, er sei zwölf Meter tief. Er scheint mir der Rest eines Kolkes zu sein, der von einem Wasserfall, dessen Spuren man noch deutlich erkennen kann, im Pleistozän ausgestrudelt wurde....
Fische in Amtoudi Dorthy ruft mich, sie hat etwas sehr Aufregendes entdeckt. In dem Wasser schwimmen kleine Fische. ... Seit langem ist bekannt, daß in einigen verstreuten Wasserlöchern der Sahara Fische leben, in Wasserlöchern, die keinerlei Verbindung miteinander haben. Man hat daran gedacht, daß Laich vielleicht durch Vögel verschleppt wurde. Aber das ist unwahrscheinlich. Es muß sich um Reste aus der Zeit handeln, in der die Sahara von mächtigen Strömen durchzogen war und in den Senken … weite Seeflächen in der Sonne glitzerten. ...
Es scheinen Zahnkärpflinge zu sein. Diese winzigen Tiere pflanzen sich in den kleinsten Aquarien fort - manchmal sogar in einem Marmeladenglas. Sie ertragen überdies starke Temperaturschwankungen ..."

Hat man Fischbeobachtung und Badeausflug beendet, kann man sicher auch ausgedehnte, schöne Trekking-Touren auf den langgezogenen Hochplateaus unternehmen. Uns wr es hierfür allerdings bei über 40° zu warm, wir werden es nachholen.

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